Die Gemeinschaft

Muslime in der Zentralschweiz

Gedanken über Gesunde Ernährung

Posted by Die Gemeinschaft - 1. Januar, 2007

Wie gesund ernähren wir uns?
Wie man sich gesund ernährt, ist kein Geheimnis und eigentlich wüssten wir alle wie es geht. In unserer schnelllebigen Zeit ist die Aussage “Keine Zeit für gesunde Ernährung“ jedoch eine willkommene Ausrede (dabei könnte man vom Propheten Muhammed [sas] so gut lernen, wie man seine Zeit richtig einteilen kann) und auch das Angebot der Nahrungsmittelindustrie hat derart zugenommen, dass wir als Konsumenten den Überblick verloren haben.

“Welche Krankheit hast du denn?“ – “Ich leide an Überernährung!“
Die Bevölkerung der westlichen Welt leidet an einem Überangebot an (falscher) Nahrung und ungesunden Essgewohnheiten. So ist heute Fettleibigkeit (Adipositas) eine der Hauptursachen für den lebensbedrohlichen Herzinfarkt, die Zuckerkrankheit (Diabetes), den Bluthochdruck (Hypertonie), die Arthritis und für bestimmte Krebsarten wie Brustkrebs. Sehr viele Krankheiten entstehen also durch Überernährung! Dagegen helfen eine einfache Lebensweise und eine bewusste Ernährung. Allah (t) mahnt uns: „… und esst und trinkt, aber seid nicht masslos, denn Er liebt nicht die Masslosen. (7:31)

Warum schaffen wir es bloss nicht, uns richtig zu ernähren?
Eigentlich aus einem ganz einfachen Grund: die Art wie wir arbeiten und unser Leben gestalten, hat sich verändert; Maschinen und Computer erleichtern die Ausführungen von Aufgaben, die früher noch körperliche Anstrengungen erforderten. Ein Beispiel sind die Traktoren, die heutzutage zum Teil den Bauern die körperliche Arbeit abnehmen. Ein Büroangestellter, der sich nicht regelmässig bewegt, hat einen derart niederen Energiebedarf, dass sich Raclette, Teigwaren usw. an Bauch und Hüften festsetzen. Auch das magische Wort “keine Zeit“ macht es möglich, dass wir – auch wenn wir eigentlich Zeit hätten- wirklich keine Zeit dafür nutzen, gesund zu kochen. Dabei wäre es doch so einfach! Was wäre, wenn ein Tag nur 12 Stunden hätte? Macht euch doch mal darüber Gedanken… Wir haben unserem Schöpfer sehr viel zu verdanken.

Der Diätwahn
Kampf den überschüssigen Kilos – in nur zehn Tagen leichter werden – Diätpillen: nehmen Sie ab ohne Sport zu treiben!
Solche Titel können uns schnell mal hinters Licht führen, denn in Wirklichkeit ist der Effekt ein ganz anderer. Abnehmen beginnt nämlich nicht im Magen, sondern im Kopf. Wenn sich das Hirn noch nicht auf abnehmen “umgeschaltet“ hat, dann wird sich der Magen wohl kaum bemühen. Das Abnehmen ist nichts anders als die Ernährung umzustellen. Das Schlüsselwort ist also nicht hungern, sondern richtig essen.
Bereits Millionen von Menschen haben schon mit Diäten versucht, ihr körperliches Gleichgewicht wiederherzustellen. Die Realität jedoch ist ernüchternd: lediglich eine von zehn Personen kann nach einer Diät das mühsam reduzierte Gewicht halten. Es lohnt sich also nicht mit einer Diät zu beginnen! Sagt lieber, ich beginne ab morgen mit der richtigen Ernährung! Das klingt viel besser und hat zudem einen wesentlichen stärkeren Einfluss auf unser Hirn.

Der Prophet Muhammed (sas) hat gesagt: “Der Mensch füllt kein schlechteres Gefäss als seinen Bauch. Einige Bissen genügen dem Sohn Adams, um seinen Rücken aufrecht zu halten. Aber wenn das nicht möglich ist, dann soll ein Drittel des Magens für sein Essen, ein Drittel für sein Trinken und ein Drittel für sein freies Atem vorbehalten sein.“ (Tirmidhi)

Einige Tipps, sich besser zu ernähren:

1. Entspannt essen
Achten Sie darauf, in aller Ruhe zu essen, also das Essen nicht herunter zu schlingen. Ihr Körper braucht 20 Minuten, um Ihrem Hirn mitzuteilen, dass er gesättigt ist. Also langsam essen und geniessen!
Und vergessen Sie nicht, dass auch das Auge mit isst. Achten Sie also auf einen schön gedeckten Tisch*, z.B. mit Kerzenlicht oder Blumen. Beruhigen Sie nicht nur Ihren Magen, sondern auch Ihre Seele. Essen Sie lieber gemeinsam mit anderen als allein, denn in der Gemeinschaft liegt ein Segen. So wird das Essen zum bewussten Akt.
2. Bewegung
Nutzen Sie jede Gelegenheit Sport zu treiben. Nehmen Sie z.B. statt dem Lift die Treppe oder steigen Sie ein paar Stationen vor dem eigentlichen Ziel aus dem Bus und gehen die restliche Strecke! Benützen Sie in der Stadt kein Auto, sondern gehen Sie zu Fuss.
Täglich 30 Minuten Bewegung sind optimal, um sich eine gesunde Basis zu erarbeiten. Wichtig ist, dass man den eigenen Körper nicht allzu sehr überanstrengt. Hören Sie deshalb auf die Signale Ihres Körpers und passen Sie die Aktivitäten entsprechend an!

3. Gesunde Snacks für Zwischendurch
Es ist ganz wichtig, jeden Tag viele Früchte, sowie viel Gemüse und Getreide zu essen. Der Prophet Muhammed (sas) hat gesagt: “In drei Dingen liegt ein Segen; in einem frühen Frühstück, im Brot und in der Suppe.“ Fünf Portionen pro Tag wären optimal, aber eine Frucht ist immer noch besser als keine! Achten Sie darauf, dass sie die Früchte vor Genuss waschen und dann ungeschält essen.

4. Flüssigkeit
Der menschliche Körper besteht zu rund 80% aus Wasser. Es ist deshalb nicht zu unterschätzen, den Körper mit Wasser zu “erfrischen“. Denn das Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Bereits nach
2 – 4 Tagen ohne Wasser kommt es zur Bluteindickung und damit zum Kreislaufversagen. Ein Flüssigkeitsverlust von zehn Prozent des Körpergewichts führt zu Schwindel, Schwäche bis hin zur Bewusstlosigkeit. Es ist nicht richtig erst zu trinken, wenn man Durst verspürt, denn dann ist es bereits zu spät. Durst ist ein Alarmsignal des Körpers und man sollte es gar nicht soweit kommen lassen. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit ist der Tagesbedarf. Mit Flüssigkeit sind selbstverständlich keine Süssgetränke gemeint! Optimal sind Trink- und Mineralwasser sowie ungezuckerte Früchte- und Kräutertees. Die Aufnahme von genügend Flüssigkeit hilft dem Körper, Schadstoffe auszuscheiden. Ein kleiner Tipp: probieren Sie, wenn immer möglich, eine Flasche Wasser in Ihrer Nähe zu haben, denn nur schon das Sehen der Flasche genügt um einen Schluck Wasser zu sich zu nehmen. Getrunken werden sollte, wie es der Prophet Muhammed (sas) immer wieder erwähnte, im Sitzen. Falls das Wassertrinken eine Qual für Sie ist, dann probieren Sie doch jeweils etwas Salziges zu essen und damit automatisch das Bedürfnis nach Wasser auszulösen. Es gilt zudem auch als Sunna, das Essen mit der Einnahme von Salz zu beginnen und zu beenden. Der Prophet (sas) sagte einmal zu Ali: “Beginn dein Essen mit Salz und beende es damit, denn Salz beugt 70 verschiedene Krankheiten vor…“ Schon wenn man eine kleine Menge Salz vor dem Essen zu sich nimmt, kann jeder Mangel an Salzsäure im Magen ausgeglichen werden. Am Besten ist unraffiniertes Meersalz (= Kochsalz).

Es ist doch nicht schwierig sich richtig zu ernähren, oder? Das Problem ist, dass wir gewisse klassische Wörter auswendig lernen, bis sie mal wirklich Realität werden. Z.B.: “Ich bin im Stress!“ oder wie auch schon oben erwähnt “Ich habe keine Zeit!“
Probieren Sie wenn möglich, diese Sätze aus ihrem “Vokabular“ zu streichen und zwar jeden Tag ein bisschen mehr. Denn denken Sie daran, wir wollen alle gesund sein. Und gesund sein beginnt im “Mund“! Auf die Frage wie es Ihnen geht, sind die schönsten Antworten: “Ich fühle mich fantastisch!“, “Mir geht es blendend!“ oder “Hauptsache ich bin gesund und deswegen geht es mir sehr gut!“

Zum Abschluss sagt uns ein schönes Sprichwort aus Russland: “Die Zeit beugt sich nicht zu dir; du musst dich ihr beugen.“

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